Corporate Social Responsibility als Unternehmenszweck

Der Ruf nach verantwortungsvoller Führung von Unternehmen wird allgemein immer lauter. Doch wie sieht es in der Wirtschaft wirklich aus? – Der jährliche Praxistag des CSR Regio.Net Wiesbaden einem Mitglied von UPJ, dem Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland, versuchte Antworten zu finden.

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Hauptredner René Schmidpeter, Professor für Wirtschaftethik in Köln und Nanjing malte eine rosige, pardon – grüne Zukunft. Die Realität in den mir bekannten Unternehmen ist aber noch nicht so weit.

Investoren fordern Nutzen für Alle

„Investoren suchen heute nach Unternehmen, die gleichermaßen für sich selbst und für die Gesellschaft von Nutzen sind,“ sagt René Schmidpeter. „Wer der Gesellschaft schadet, erledigt sich früher oder später quasi selbst.“

Schmidpeter ist Professor für Wirtschaftsethik und viel unterwegs zwischen seiner Wohnung in Tirol sowie seinen Arbeitsplätzen in Köln und China. Seine Aufenthalte in Asien haben ihn mit der Philosophie des Taoismus in Kontakt gebracht. Das ist ihm wichtig.

Vom Greenwashing zum ethisch geführten Unternehmen

Nach dieser Einleitung, stellt er ein Modell aus Havard vor. Das Modell definiert verschiedene Möglichkeiten von CSR im Unternehmen.

So gibt es Unternehmen, die unter CSR vor allem eine eigene Kita, begrünte Sozialraume für die Mitarbeiter und das Sponsoring von Vereinen verstehen. Andere wiederum machen Nachhaltigkeit zum eigentlichen Unternehmensziel. Natürlich gibt es auch noch viele Varianten dazwischen und viele sind auf dem Weg zur nächsten Stufe.

Erweiterung der Verantwortung

Insgesamt stellt der Professor einen Paradigmenwechsel fest. Die Verantwortung im Unternehmen geht weg vom einzelnen Manager. In Zukunft müssen alle Mitarbeiter verantwortungsvoll denken und agieren.

Von der Triple Bottom Line zum komplexen System

Die Verantwortung von Unternehmen orientiert sich nicht mehr nur an der Triple Bottom Line (Ökologie, Ökologie, Soziales). Sondern es entstehen in jeder Branche und in jedem Unternehmen komplexe, eigenständige nachhaltige Systeme.

So wie im Taoismus sind gleichzeitig die Bedürfnisse und das Wohl des Einzelnen, des Unternehmens, der Gesellschaft und des Planeten im Auge zu behalten.

Buddhistische Wirtschaftsethik

Das taoistische Prinzip ist mir vertraut. Tatsächlich denken die Buddhisten genau so. Aber als ich Schmidpeter frage, was er von Karl-Heinz Brodbeck hält, dem führenden Vertreter der buddhistischen Wirtschaftsethik und dem buddhistisch inspirierten Netzwerk Achtsame Wirtschaft (NAW), muss der Professor zugeben, dass er sich mit den deutschen Vertretern seines Genres bisher noch nicht beschäftigt hat.

Das ist ein bisschen Schade. Denn von Karl-Heinz Brodbeck kann man eine Menge lernen. Der emeritierte Wirtschaftsprofessor beschäftigt sich vor allem mit Geldströmen. (Einen interessanten Brodbeck-Vortrag, gehalten auf dem Geldgipfel der GLS Bank Stiftung, findet Ihr auf YouTube.)

Netzwerk Achtsame Wirtschaft

Im NAW treffen sich berufstätige Menschen (Angestellte, Freiberufler, Unternehmer) zum Austausch über achtsames und verantwortungsvolles Handeln im Beruf und machen sich Gedanken über Wirtschaft, Arbeit, Geld und Konsum. Dabei ist es wesentlich, dass die Überlegungen nicht in der Theorie bleiben. Es geht immer auch um Möglichkeiten der praktischen Umsetzung.

Bedarf an Information, Austausch und Vernetzung

Offenbar ist es in der nachhaltigen Wirtschaft genau so wie überall. Alle wollen gesehen werden und dabei sein, aber bisher schauen nur wenige wirklich überall hin. Da gibt es noch eine Menge Bedarf an Information, Austausch und Vernetzung.

Autorin Clia Vogel kümmert sich beruflich um Nachhaltigkeitskommunikation sowie Texte und Websites für Achtsamkeit, Therapie, Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Privat verbringt sie ihre Zeit am liebsten auf dem Meditationskissen, im Wald und im Museum.

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