Friends of Social Business Forum 2019

Vergangene Woche habe ich beim zweiten Friends of Social Business Forum in Wiesbaden Peter Eigen, den Gründer von Transparency International sowie Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, den Gründer der Grameen Bank getroffen.

Die Grameen Bank ist verantwortlich für die Vergabe von Mikrokrediten, die häufig Frauen zu Gute kommen. – Ein erfolgreiches Wirtschaftsmodell, denn Frauen arbeiten meist hochmotiviert, um sich selbst und ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. 

Mehr über das Social Business Forum und die Mikrokredite habe ich für das Nachrichtenportal Wiesbadenaktuell.de aufgeschrieben. Besonders gefreut hat mich dabei, dass ich in meinem Text auch meine Idole Gesine Schwan und Hillary Clinton unterbringen konnte. 😉

Und hier geht´s zum Text.

 

Friends of Social Business Forum 2018: Visionen für Wirtschaft und Leben der Zukunft

Foto vom Monitor
Friedensnobelpreisträger Muhamad Yunus grüßt aus Bangladesh.

In Wiesbaden, wo ich wohne, beruft man sich bei offiziellen Anlässen gerne darauf, zur Kaiserzeit Weltkurstadt gewesen zu sein. Denn tatsächlich hat die hessische Landeshauptstadt außer prachtvollen Fassaden und einer glanzvollen Vergangenheit nur wenig, womit sie sich schmücken kann.

Ob das funkelnagelneue RheinMain CongressCentrum (angeblich das modernste Kongresszentrum Europas), eine wachsende Hochschullandschaft und diverse neue Schauplätze der Kreativwirtschaft daran etwas ändern werden, muss man abwarten. Denn die Wiesbadener sind so große Könner im Verlangsamen und Ausbremsen, da ist es schwer, eine Prognose zu wagen.

Auf jeden Fall war ich, mit Aktualität und Innovation in der Stadt nicht gerade verwöhnt, gleichermaßen überrascht wie neugierig, als ich vom Friends of Social Business Forum hörte.

Die zweitägige Veranstaltung in der funkelnagelneuen Akademie der R+V-Versicherung wollte sich mit Wirtschaft, Leben und Gemeinschaft in der Zukunft beschäftigen.

Mitveranstalter der riesigen R+V, mit 5200 Mitarbeitern vor Ort (15.000 deutschlandweit) der größte Arbeitgeber am Platz, war das kleine Grameen Creative Lab. Das Lab ist eng verbunden mit den Ideen von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus.

Die von Yunus gegründete Grameen Bank mit Sitz in Bangladesh, wurde ursprünglich für die Vergabe von Mikrokrediten in armen Ländern gegründet. Heute unterstützt die Bank Social-Business-Ideen auf der ganzen Welt. Weiterlesen

Kommunikationsdesignerin Haike Boller engagiert sich in ihrer Agentur für Vielfalt, Soziales, Umwelt, Kultur und internationale Entwicklung

Frau stemmt teil eines Baumstamms.
Haike Boller, gesehen mit dem Blick von Fotografin Cornelia Renson.

Die Kommunikationsdesignerin Haike Boller kenne ich vom Sehen schon lange. Ihre Design-Agentur liegt fünf Gehminuten von meinem Text-Büro entfernt und wir kaufen in denselben Naturkostläden ein.

Dennoch wusste ich viele Jahre lang nicht, was sie beruflich macht. Erst im vergangenen Sommer kamen wir durch eine gemeinsame Bekannte miteinander ins Gespräch und entdeckten viele Überschneidungen.

Wir arbeiten beide in der Kultur- und Kreativwirtschaft, beobachten die Politik, lieben Kunst und setzen uns seit Jahrzehnten für Vielfalt, Soziales und Umweltschutz ein. Jede auf ihre Weise und im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Doch während ich als Einzelunternehmerin unterwegs bin, projektweise verbunden mit Netzwerkpartnerinnen, ist Haike Inhaberin einer Agentur mit sechs festen Mitarbeitern. In diesem Jahr feiert sie ihr 20-jähriges Agenturjubiläum. Weiterlesen

Unternehmen Brichbag: Upcycling-Rucksäcke für Obdachlose

Sina-Trinkwalder-Brichbag
Foto: Manomama

Kennt Ihr schon die Taschen und Rucksäcke von Brichbag? Nein, nun dann lernt Ihr sie jetzt kennen. Brichbag ist gleichzeitig der Name für eine Produktlinie und ein Unternehmen.

Sina Trinkwalder, geschäftsführende Gesellschafterin der Textilmanufaktur Manomama, produziert unter dem neuen Label wasserfeste und schmutzabweisende Rucksäcke, Taschen und Mäppchen aus Markisestoffen. Genauer gesagt, aus den Überresten der Markisenproduktion.

Jeder, der für sich selbst einen großen Rucksack kauft, bezahlt damit gleichzeitig einen Rucksack für einen Obdachlosen. Wer einen kleineren Rucksack kauft, finanziert die Hälfte eines Obdachlosen-Rucksacks. Wer eine Tasche oder ein Mäppchen kauft, bezahlt damit Goodiebags.  Weiterlesen

Vespahändlerin Heike Kreutzer setzt sich für soziale Personalwirtschaft im Saisonbetrieb ein

Porträt einer Frau mit Brille und kurzen, blonden Haaren.
Heike Kreutzer

Heike Kreutzer arbeitet in dem Haus, in dem ich wohne. Gemeinsam mit ihrem Mann Stefan ist sie Geschäftsführerin des Familienunternehmens  „Zweirad Klose“.

Der „dienstälteste“ Wiesbadener Vespa-Händler, gegründet 1927 in der Nähe von Frankfurt an der Oder, feiert im November den 90. Geburtstag.

Heike und ich kamen am Briefkasten ins Gespräch und bewegten uns dann zum Mittagessen Richtung Sherry & Port. „Wir beschäftigen unsere Mitarbeiter zwölf Monate im Jahr,“ hatte sie gesagt. Das ließ mich aufhorchen. Denn solche Arbeitsverhältnisse sind in Branchen mit Saisonbetrieb selten.

Unternehmen, die vom Wetter abhängig sind, wie zum Beispiel Gastronomen, entlassen ihre Mitarbeiter häufig zu Beginn des Winters und stellen sie zum Frühjahr hin wieder ein.

Ich wollte also gerne wissen, wie der Zweirad-Händler die Zwölf-Monats-Vollbeschäftigung seiner vier Angestellten organisiert hat. Und natürlich interessierte mich auch, wie Heike zu ihrem Beruf gekommen ist. Vespa-Händlerin – auf die Idee muss man ja erst einmal kommen! Weiterlesen

Ab 2017 Pflicht: der Nachhaltigkeitsbericht

Eröffnungsbild der VeranstaltungNachhaltiges Wirtschaften ist für mich selbstverständlich. Seit ich denken kann, esse ich, so weit wie möglich, Bio-Lebensmittel, verwende Naturkosmetik und trage Fair-Trade-Kleidung. Ich nutze Öko-Strom, achte auf geringen Energieverbrauch und wenn die Wand mal einen Anstrich braucht, besorge ich umweltfreundliche Farbe. Auf meinem Balkon wachsen Demeter-Pflanzen, genährt von Kräuterdünger. Ich besitze kein Auto, sondern nutze öffentliche Verkehrsmittel. Natürlich ziehe ich dieses Prinzip auch im Büro durch.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der EU, beschlossen 2001, kommt daher für meinen persönlichen Geschmack ein bisschen spät, aber – sie ist da . Und ihre Umsetzung muss ab 2017 dokumentiert werden. Rund 600 große Unternehmen in Deutschland sind von Gesetzes wegen verpflichtet nun jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht vorzulegen. Damit stehen auch ihre Zulieferer in der Pflicht.

Doch wie muss so ein Nachhaltigkeitsbericht aussehen? Ein Workshop am Praxistag des CSR Regio Net (Netzwerk für verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand), half Interessierten am Montag in Wiesbaden auf die Sprünge. Drei Referenten beleuchteten das Thema Nachhaltigkeitsstrategie und Berichterstattung aus ihrem Blickwinkel. Weiterlesen